Gerade heute, in Zeiten steigender Energiepreise, wird der richtige Umgang mit Heizenergie kontrovers diskutiert. Es geht vor allem darum, bei kostenbewußtem Umgang mit Energie eine möglichst große Wohnqualität zu schaffen und zu erhalten.
Diese beiden Zielsetzungen müssen sich nicht zwangsläufig einander widersprechen. Heizenergie und damit Heizkosten sparen heißt keineswegs, einen Kompromiss mit den Ansprüchen an eine warme Wohnung eingehen zu müssen.
Die folgenden Tipps helfen Ihnen, ihre Wohnung auf einer Temperatur zu halten, bei der Sie sich wohl fühlen, dadurch Feuchtigkeitserscheinungen und Schimmelpilze an den Wänden zu verhindern und gleichzeitig die Energiekosten im Griff zu haben. Wodurch entstehen Heizkosten?Die Höhe der Heizkosten wird häufig mit der Temperatur gleichgesetzt, auf die man die Wohnung aufheizt. Der Zusammenhang ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen, besteht jedoch auch nicht so eindeutig, dass eine warme Wohnung zwangsläufig zu hohen Energiekosten führen muss. Es kann auch umgekehrt sein: Die Wohnung ist kalt und die Kosten sind hoch.
Den Zusammenhang zwischen Kosten und Temperatur möchten wir an einem Beispiel verdeutlichen:
Fall 1: Es ist Winter. Sie heizen eine Wohnung auf 18 °C auf und drehen dann alle Heizkörper aus. Was passiert nach 5 Stunden? Die Wohnung ist um 5 °C abgekühlt. Die Temperatur liegt nun bei 13 °C.
Fall 2: Es ist Winter, der selbe Tag. Sie heizen diesmal dieselbe Wohnung auf 23 °C auf und drehen dann alle Heizkörper aus. Wass passiert jetzt nach 5 Stunden? Die Wohnung ist wieder um 5 °C abgekühlt. Die Temperatur liegt nun bei 18 °C.
In beiden Fällen hat die Wohnung 5 °C verloren. Das kann auch nicht anders sein, denn der Verlust der in der Wohnung befindlichen Wärme ist nicht vom Mieter oder von der Temperatur abhängig, sondern von der Beschaffenheit der Wände, von ihrer Dichtigkeit und von ihrer Dämmkraft.
Diese Dämmkraft, die für das Halten der Wärme - und damit für den Wärmeverlust - sorgt, ändert sich durch Ihre Temperaturwahl nicht. Die Heizkosten entstehen nicht durch die Temperatur in der Wohnung, sondern sind von derjenigen Energiemenge abhängig, die verloren geht und die durch den Bewohner nachgeheizt wird.
Im Fall 1 hat der Mieter gefroren, in Fall 2 hat er eine angenehm warme Wohnung gehabt. Und: sie beide haben gleiche Heizkosten.
Zugegeben: dieses Beispiel vereinfacht die bauphysikalischen Vorgänge etwas. Bei einer höheren Temperatur in der Wohnung ist die Differenz zur Außentemperatur größer und somit auch der Energieverlust. Andererseits: wer immer die Wohnung warm hält, sorgt damit für wärmere und trockenere Wände und somit für einen geringeren Energieverlust. Wie halte ich meine Heizkosten gering?Zunächst ist zu empfehlen der der oben dargestellte Zusammenhang beachtet wird. Heizen Sie Ihre Wohnung auf die Temperatur, bei der Sie sich wohl fühlen und nicht nur auf die, die Sie sich aus falsch verstandener Spardisziplin auferlegt haben. Denn meist führen gerade die "Sparmaßnahmen" zur Erhöhung der Kosten.
Folgende Tipps können beim Sparen von Energie helfen: 1. Kippen Sie die Fenster nicht anDas Ankippen der Fenster führt nicht zu einem kompletten Luftaustausch, sondern dazu, dass die kalte Luft ungleichmäßig einströmt und nur Teile der Wohnung erreicht. Insbesondere die Sturzbereiche über den Fenstern kühlen aus und neigen anschließend zur Schimmelbildung, da hier die Feuchtigkeit aus der Luft kondensiert. Daher unser Tipp: Wenn Fenster auf, dann ganz! 2. Lüften Sie immer nur kurzDer größte Energiebedarf entsteht beim Aufheizen von Baukörpern, insbesondere der Wände. Lassen Sie nicht die Wohnungs auskühlen, denn es geht nur um frische trockene Luft. Daher unser Tipp: Lieber mehrmals am Tag kurz Lüften als einmal lange! 3. Stellen Sie die Heizkörper nie ganz abWer morgens vor dem Verlassen der Wohnung alle Heizkörper abstellt und abends wieder nachheizt, vergeudet den größten Teil seiner Heizenergie (und damit seiner Heizkosten) für das Aufheizen der Wände. Denn: erst heizen die Wände sich auf, dann die Luft in der Wohnung. Die Wände nehmen bedingt durch ihre große Fläche, der aufgeheizten Luft die Energie schnell ab, solange bis die Wände genauso warm sind wie die beheizte Luft. Daher unser Tipp: Lassen Sie die Heizkörper auch tagsüber auf Stufe 2 stehen. Diese heizen nicht den ganzen Tag über, denn das Thermostatventil sorgt für selbständiges Abstellen, sobald eine ausreichende Temperatur erreicht ist.
Auch im Schlafzimmer, das niemand gern nachts beheizt, muss 1 bis 2 mal täglich auf mindestens 22 °C geheizt werden. Wie verhindere ich feuchte Wände und Schimmelpilz?Für ein Wohnen ohne Feuchtigkeit an den Wänden ist das Verstehen des zugrunde liegenden physikalische Prinzip nötig:
Luft hat die Eigenschaft, dass sie Wasser tragen kann, wenn sie warm ist, nicht jedoch, wenn sie kalt ist. Daher nimmt Luft, wenn sie erwärmt wird, Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, wenn sie abkühlt.
Sie können diesen Vorgang auch an einem Bierglas beobachten, das zunächst von außen trocken ist und in das dann ein kaltes Getränk eingefüllt wird. Das Glas kühlt ab, die umgebende Luft kühlt ebenfalls ab. Die Luft, die bis dahin noch Feuchtigkeit getragen hat, gibt diese nun ab, und zwar genau an der Stelle, wo sie abkühlt, nämlich am Glas. Es wird also feucht und beschlägt.
Genau dieser Effekt findet in Ihrer Wohnung an der Wand statt.
Dieses Problem können Sie nur beheben, indem Sie mindestens zweimal täglich die Luft auf mindestens 23° C erwärmen, so dass sie die Feuchtigkeitsmengen, die sich im Raum befinden, aufnehmen kann.
Danach muss mit einer kurzen Stoßlüftung (geöffnete Fenster, nicht gekippte!) die warme (feuchtigkeitshaltige) Luft herausgelassen und kalte (trockene) Luft hereingelassen werden.
Wird diese dann in der Wohnung befindliche kalte, trockene Luft erwärmt, bekommt auch sie die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen, die Sie dann anschließend bei einer erneuten Stoßlüftung herauslassen können.
Die Wände, insbesondere die Außenwände dürfen die Temperatur von 18°C niemals unterschreiten.
Wenn Sie dieses Prinzip konsequent in Ihrer Wohnung anwenden, wird die Feuchtigkeit an den Wänden nicht wieder auftreten. Außerdem wird, wie oben beschrieben, durch die trockenere Wand der Wärmedämmwert höher und die Heizkosten sinken.
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